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ERP-Projektmanagement: 3 Fragen an Mydibel

Im Rahmen unserer Reihe 3 Fragen zum ERP-Projektmanagement teilen Kunden und Mitarbeiter bzw. Mitarbeiterinnen aus der Cegeka Gruppe ihre Erfahrungen aus dem ERP-Projektmanagement. Dieses Mal spricht Joeri Pergoot, Chief Operating Officer bei Mydibel, über die Bedeutung des Change Managements in ERP-Projekten. 

Cegeka: Ein ERP-Auswahlprozess soll gestartet werden und Sie werden um Rat gebeten. Was empfehlen Sie?
Joeri Pergoot: „Man sollte sich für ein System entscheiden, das einerseits perfekt zur Größe und Arbeitsweise des eigenen Unternehmens und anderseits zum Umfang des Projektes passt. Bei der Festlegung der Projektgröße ist es wichtig, sich auf die Kernprozesse zu konzentrieren und sich nicht von allen möglichen Schnickschnacks ablenken zu lassen. Außerdem ist es wichtig, intern die richtigen Leute für das Projekt einzusetzen. Ein reines IT-Profil für die Projektleitung ist meiner Erfahrung nach wenig geeignet.  ERP ist ein Business-Projekt und kein reines IT-Projekt. Die interne Projektleitung sollte vorzugsweise jemand sein, der ‚aus dem Geschäft‘ kommt, zum Beispiel aus der Finanzabteilung oder dem laufenden Betrieb und wichtig ist, dass er oder sie mit den jeweiligen Geschäftsprozessen bestens vertraut ist. Eine Affinität zu IT ist notwendig, aber sicherlich nicht das Wichtigste für die Projektleitung. Für die Wahl des richtigen ERP-Partners gilt das auch: Der Partner muss nicht nur die richtigen IT-Kenntnisse im eigenen Haus haben, sondern vor allem Fachwissen über die Branche nachweisen. Schließlich müssen Sie sicherstellen, dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Anpassung und Standardlösung herrscht. In der Tat sollten Anpassungen nur dann gemacht werden, wenn sie einen unbestrittenen Mehrwert für das Unternehmen haben.“

Cegeka: Wie kann man sicherstellen, dass es intern eine gute Basis für ein ERP-Projekt gibt?
Joeri Pergoot: "Das Change Management ist der wichtigste Aspekt eines ERP-Projekts. Im Grunde genommen müssten ständig alle Arbeitsweisen kritisch hinterfragt werden, aber das ist nicht wirklich machbar. Die Implementierung eines neuen ERP-Systems ist daher die ideale Gelegenheit, dies strukturiert zu tun. Es macht schließlich keinen Sinn, ein neues System zu kaufen, wenn es sich um eine ‚aktualisierte‘ Kopie der alten Prozesse handelt. Man kann dieses kritische Hinterfragen von Prozessen und Verfahren nicht vom ERP-Prozess trennen. Laufen Prozesse schlecht, wird das auch eine neue ERP-Lösung nicht ändern können. Stülpt man einfach ein ERP-System darüber, werden die Probleme nicht verschwinden, eventuell werden sie sogar noch schlimmer. Um die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dazu zu bringen, das neue System zu nutzen, ist es wichtig immer wieder darauf hinzuweisen, welche Vorteile die neuen Prozesse haben. ERP ist da, um ihr Leben einfacher und nicht schwieriger zu machen. Aber oft muss man die Leute erst wirklich überzeugen."

Cegeka: Was wird Ihrer Meinung in einem ERP-Projekt am meisten unterschätzt?
Joeri Pergoot: "Erneut: das Change Management. Die Erkenntnis, dass ein ERP-Projekt ein Business-Projekt ist. Ein Mittel, um bessere Prozesse zu implementieren und das nicht gelingen wird, wenn es nicht mit einer gründlichen und kritischen Auseinandersetzung mit den aktuellen Geschäftsprozessen und -abläufen einhergeht.“

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