Unternehmenswachstum in der Pharma- und Life Sciences-Branche – ein herausforderndes Unterfangen

Branchenweite Veränderungen erschweren Unternehmen die Einhaltung von Gesetzen. In der sich schnell verändernden Pharma- und Life Sciences-Branche jedoch sind Unternehmen zusätzlich mit internen Veränderungen konfrontiert. Um schnelles Wachstum zu fördern – sei es organisch oder durch Übernahmen – muss ein Unternehmen über skalierbare Prozesse und Systeme verfügen, aber auch die Zusammenarbeit in der gesamten Lieferkette sowie eine effiziente Produkteinführungszeit sind unabdingbar.  
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Teil 2: Wachstum und Skalierbarkeit

Das exponentielle Wachstum von Life Sciences-Unternehmen

Stellen Sie sich ein pharmazeutisches Start-up-Unternehmen vor, das ein neues Medikament erforscht. Während der Phase der Forschung und Entwicklung finden nur wenige Vorgänge statt und das Unternehmen wächst nur unerheblich. Läuft alles wie geplant, erweist sich das Medikament als wirksam und durchläuft die verschiedenen Zulassungsphasen. Nun ist es sehr wahrscheinlich, dass der Aktienkurs des Unternehmens in die Höhe schießt.

 

Nach der Markteinführung ist es an der Zeit, dass sich die Investitionen aus der Anfangsphase in hohen Gewinnen niederschlagen. Damit stellen sich auch neue Herausforderungen, beispielsweise Herstellung und Vertrieb des Medikaments sowie die Einstellung neuer Mitarbeiter.

 

Ein exponentielles Unternehmenswachstum ist eher unüblich, in der Life Sciences-Branche hingegen ist es aber alles andere als eine Seltenheit. Vermutlich mehr als in jeder anderen Branche stellen sich durch Wachstum und Skalierbarkeit reale, unmittelbare Herausforderungen. Wie bereitet man sich also am besten auf dieses plötzliche, exponentielle Wachstum vor?


Onboarding von Mitarbeitern und Wissenstransfer

Eine der wichtigsten wachstumsbegleitenden Maßnahmen bezieht sich auf Ihre Arbeitskräfte. Die Einstellung neuer Mitarbeiter, die Erweiterung von Wissen und Kompetenzen sowie der Transfer dieses Wissens sind wesentlich, um Wachstum innerhalb des Unternehmens zu unterstützen und zu ermöglichen. Dazu kommt, dass Unternehmen bei internationaler Expansion in allen Unternehmenszweigen einen kohärenten Ansatz und einen holistischen Überblick über diese HR-Praktiken gewährleisten sollten.

 

Das in Flandern ansässige Unternehmen Inovet beschäftigt aktuell 190 Mitarbeiter. Rund 60 davon arbeiten am belgischen Firmensitz, während 130 am Fertigungsstandort in Frankreich tätig sind. Darüber hinaus verfügt Inovet über Vertriebszentren in Ländern wie Vietnam und Ungarn.  

    

Lara Moons, Strategy and Digitalization Manager bei Inovet: „Für eine internationale Expansion ist Technologie erforderlich, die zum einen die Zusammenarbeit und zum anderen einheitliche Prozesse in jedem Land ermöglicht. Außerdem suchten wir nach einer zuverlässigen Plattform, um unkompliziert neue Vertriebszentren in neuen Ländern errichten zu können. Idealerweise bietet das System die Möglichkeit, denselben Ansatz zu kopieren, ohne eine maßgeschneiderte Vorgehensweise erarbeiten zu müssen. Ziel ist es letztlich, über ein System zu verfügen, das die Geschäftsprozesse unterstützt und den Mitarbeitern einen Teil der Arbeit abnimmt. Denn solange Fachkompetenz und Verfahren ausschließlich in den Köpfen der Mitarbeiter vorhanden sind, wird das Unternehmenswachstum schleppend vor sich gehen. Die Erweiterung der Belegschaft ist also nur möglich, wenn die Daten in zentraler Form vorliegen und einheitliche Prozesse gegeben sind.“

 

Skalierbarkeit als wesentlicher Faktor

Skalierbarkeit ist grundlegend für nationales und internationales Wachstum. Bleibt die Unternehmensgröße konstant, ist die Arbeit mit veralteten oder schwer skalierbaren Systemen meist kein Problem. Wächst das Unternehmen aber, beispielsweise durch Übernahme eines anderen Unternehmens oder internationale Expansion, erweisen sich diese Systeme als belastend, wenn nicht sogar als hinderlich.

 

Für das in Belgien ansässige Unternehmen Sterima macht die IT Wachstum möglich.

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Cedric Soubry, IT-Leiter bei Sterima: „Unser Wachstumsvorhaben verfolgt zwei Ziele: zum einen die Expansion unseres aktuellen Geschäfts und zum anderen die Einführung neuer Geschäftszweige durch Innovation. Wir wollten eine Anwendungslandschaft schaffen, die es uns ermöglicht, schnell und effizient neue Kunden an Bord zu holen, neue Produkte und Dienstleistungen zu verwalten und den Handlungsspielraum zu erweitern.“

 

Einfach definiert ist Skalierbarkeit die Eigenschaft eines Prozesses, Computersystems oder Unternehmens, effizient vergrößert oder verkleinert zu werden. Skalierbarkeit kann in unterschiedlichen Situationen erforderlich sein:

  • Erhöhung der Arbeitslast (z. B. höhere Fertigungsmengen)
  • Erweiterung des Umfangs (z. B. Erweiterung des Portfolios an Produkten oder Dienstleistungen)
  • Übernahmen
  • geografische Expansion
  • neue betriebliche Anforderungen (z. B. Digitalisierung manueller Prozesse wie z. B. Bestandsverwaltung)

Eine skalierbare Lösung ist eine Lösung, mithilfe derer Leistung und Effizienz des Unternehmens beibehalten werden und gleichzeitig der Umfang oder die Anzahl der betrieblichen Vorgänge erweitert werden kann. Ohne eine solche Lösung ist schnelles Wachstum praktisch unmöglich.

 

Klavs Esbjerg, CEO von Epista: „Für Biotechnologie-Unternehmen ist Skalierbarkeit ein besonders komplexes Unterfangen. Da die Anzahl der Märkte oder Produktvarianten schnell zunehmen kann, ist Flexibilität wesentlich. Idealerweise kann Ihr Unternehmen innerhalb eines bestehenden, skalierbaren Systems wachsen. Hierfür empfiehlt es sich, zu Standardprozessen zurückzukehren. Oft ist es besser, weniger Funktionen innerhalb des Systems zu schaffen und sich standardmäßig auf die Kerntätigkeiten zu konzentrieren. Weniger ist mehr: Entscheiden Sie sich für eine skalierbare, globale und harmonisierte Plattform, die nahe am Standard bleibt.“

 

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Unternehmensübergreifende Zusammenarbeit

Expandiert ein Unternehmen auf internationaler Ebene, ist die unternehmensübergreifende Zusammenarbeit umso wichtiger. Eine der wesentlichen Herausforderungen des Kooperationsmodells besteht in der Implementierung der richtigen Tools und Plattformen, um sicher und effizient zusammenzuarbeiten. Von zentraler Bedeutung ist hierbei, dass die Prozesse so integriert werden, dass jede Branche und Abteilung des Unternehmens auf dieselbe Weise arbeitet.

 

Henrik Walther Madsen, Direktor bei Epista Life Science: „Die Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, sind üblicherweise sehr groß und kennzeichnen sich durch mehrere Standorte und weltweite Zusammenarbeit. Jedes dieser Unternehmen stellt einen Aspekt in den Mittelpunkt: das Zusammenspiel zwischen verschiedenen Geschäftszweigen.

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Ein konkretes Beispiel für die Integration von Geschäftsprozessen liefert Inovet. Lara Moons: „Unser Firmensitz in Belgien kauft zwar die Rohstoffe ein, diese werden aber in unserem Fertigungsbetrieb in Frankreich verarbeitet. Mit unseren früheren Arbeitsabläufe erforderte die finanzielle Verarbeitung dieser Transfers enorme manuelle Arbeit. Der Betrieb arbeitete als externer Logistikpartner, wodurch es sich de facto um zwei separate Unternehmen handelte. Nach der Vereinheitlichung unserer Prozesse ist unsere Finanzabteilung für den Materialverkauf zwischen den Unternehmen zuständig. Dadurch können wir viel zielgerichteter und effizienter arbeiten. Allerdings wäre das nicht ohne ein integriertes System machbar, das die vollständige Automatisierung des wechselseitigen Materialeinkaufs zwischen den Unternehmen ermöglicht.

 

Zusammenarbeit innerhalb der Lieferkette

Nicht nur innerhalb des Unternehmens gewinnt die Zusammenarbeit des gesamten Business-Relations-Netzwerks mit zunehmendem Wachstum an Bedeutung, sondern auch innerhalb der gesamten Lieferkette werden Daten von Unternehmen zu Unternehmen weitergegeben. Jedes Glied der Lieferkette verfügt über Daten, die für alle Beteiligten wichtig sind. Werden diese Datenströme vereinheitlicht, ist deren Sichtbarkeit innerhalb der gesamten Lieferkette gewährleistet.

 

Henrik Walther Madsen: „Heutzutage ist die intensive Zusammenarbeit und Weitergabe von Daten äußerst kostspielig, aber der Trend geht zunehmend in diese Richtung. Die Vision besteht darin, dass jeder Beteiligte der Lieferkette etwaige Verzögerungen genau verfolgen und sämtliche Informationen anonym auf einer zentralen Plattform sichtbar machen kann. Einige Kunden setzen sogar ein Track & Trace-System für pharmazeutische Produkte ein, wodurch sie Lieferanten, bei denen die Compliance nicht gegeben ist, blockieren können. Wir gehen davon aus, dass dieses Ökosystem in naher Zukunft einen Durchbruch erleben wird. Und auch hier gilt wieder: Die richtige Anwendungslandschaft, die sowohl horizontal als auch vertikal skalierbar ist, wird wesentlich sein, um diese Anforderung zu erfüllen.“

 

Fest steht, dass Unternehmen der Pharma- und Life Sciences-Branche vor eine Fülle von Herausforderungen stehen. Sowohl die rapiden Veränderungen innerhalb der Branche als auch das schnelle Wachstum innerhalb des Unternehmens erfordern flexible Lösungen. Wie lassen sich diese Herausforderungen am besten angehen und idealerweise auch in Chancen verwandeln? Erfahren Sie es in Teil 3 dieser Serie: Digitalisierung und Innovation. 

Die Einhaltung gesetzlicher Erfordernisse ist in der Pharma- und Life Sciences-Branche zu einer Voraussetzung für die Geschäftstätigkeit geworden. Wenn Sie sich fragen, wie Sie Compliance und Computersystemvalidierung gewährleisten können, lesen Sie unbedingt den ersten Teil unserer Serie: Die Einhaltung von Gesetzen managen.


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