Es reicht nicht mehr aus, nur die Inhaltsstoffe aufzulisten – man muss auch die Wirkung aufzeigen.
Im Jahr 2026 ist Nachhaltigkeit kein Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit. Kunden, Einzelhändler und Aufsichtsbehörden verlangen transparente, überprüfbare und messbare Nachweise dafür, wie sich ein Produkt auf den Planeten auswirkt. Dieser Wandel ist Teil einer umfassenderen Entwicklung hin zu datengestützter Transparenz entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette. Erfolgreich sein werden jene Marken, die Nachhaltigkeit über das Etikett hinaus tragen und sie in eine sichtbare, datengestützte betriebliche Realität umsetzen.Von Werten zur Verifizierung
Die Verbraucher sind mittlerweile in Bezug auf ökologische Auswirkungen gut informiert. Sie verstehen Begriffe wie CO₂-Fußabdruck, Gefahren der Entwaldung, Lebensmittelverschwendung und die Dynamik von Lieferketten und erwarten Klarheit statt allgemeiner Behauptungen. Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „aus verantwortungsvoller Herkunft“ müssen mittlerweile belegt werden.
Drei Faktoren beschleunigen diesen Wandel:
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Verbraucher, die auf die Auswirkungen achten und sachliche, konkrete Belege erwarten
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Einzelhändler, die vor der Listung validierte Nachhaltigkeitsdaten verlangen (und auf eine strengere ESG-Berichterstattung setzen)
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Aufsichtsbehörden, die überprüfbare Umwelt- und Sozialdokumentation entlang der gesamten Wertschöpfungskette durchsetzen (einschließlich EUDR)
Die Frage hat sich von „Ist das nachhaltig?“ zu „Zeig mir, wie du das hergestellt hast, und belege es.“ gewandelt.
Vom Feld auf den Teller: Hier entsteht echte Nachhaltigkeit
Nachhaltigkeit entsteht nicht auf der Verpackung, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette:
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Landwirtschaft und Lieferanten: Herkunft, Landnutzung, Zertifizierungen, Umweltpraktiken
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Verarbeitung und Produktion: Energieverbrauch, Rezepturen, Abfall, Verpackungsauswahl
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Qualität und Nachhaltigkeit: Audits, CO₂-Berechnungen, Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus
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Logistik: Transportemissionen, Gegebenheiten der Kühlkette, Lagerhaltung
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Einzelhandel und Verbraucher: Korrekte Verpackung, Transparenz durch QR-Codes, Genauigkeit im Geschäft
Jede Aussage muss mit jedem Schritt in dieser Kette übereinstimmen. Nachhaltigkeit ist zu einer Datendisziplin geworden, nicht zu einer Kommunikationsmaßnahme.
Mehr als nur das Etikett: Die Daten, die Verbraucher erwarten
Verbraucher wollen die ganze Geschichte hinter einem Produkt erfahren, nicht nur die Marketingbotschaft. Früher waren Zutatenlisten ein Garant für Transparenz, doch heute möchten Käufer wissen, woher die Rohstoffe stammen, wie sie hergestellt wurden, welche Lieferanten daran beteiligt waren und welche Umweltauswirkungen die einzelnen Produktionsschritte haben. Außerdem erwarten sie Klarheit über Kompromisse, die Gründe für die Auswahl bestimmter Materialien und die Untermauerung von Werbeaussagen.
Ein physisches Etikett kann keine Auskunft über CO₂-Intensität, Wasserverbrauch, Energieentscheidungen, Praktiken der Lieferanten oder logistische Emissionen geben. Deshalb wird die Verpackung zunehmend mit digitaler Transparenz kombiniert: scanbare QR-Codes, Dashboards zur Herkunft, interaktive Produktseiten – so werden Nachhaltigkeitsinformationen zu einem überprüfbaren Datensatz, den Käufer erkunden können.
Nachhaltigkeit wird zu einer Herausforderung für die Datenverarbeitung in der Lieferkette
Die meisten Marken haben nicht deshalb Schwierigkeiten, weil ihre Nachhaltigkeitsziele unklar sind, sondern weil die Daten überall verstreut sind: in Tabellenkalkulationen, E-Mails, veralteten ERP-Systemen, Lieferantenportalen, PDF-Zertifikaten und jährlichen „Wirkungsberichten“. Wenn Daten fragmentiert sind:
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lassen sich Fragen von Einzelhändlern nur noch langsam beantworten
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wird eine mehrstufige Rückverfolgbarkeit nahezu unmöglich
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wird die Nachhaltigkeitsberichterstattung zu einem einmal im Jahr stattfindenden hektischen Unterfangen
Für Lebensmittelunternehmen ist die Organisation von Daten mittlerweile der wichtigste Faktor für eine führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit.
Ein Beispiel aus der Praxis: Wie die Bieze Food Group Nachhaltigkeit in messbare Erkenntnisse umwandelte
Kaum ein Unternehmen veranschaulicht diesen Wandel besser als die Bieze Food Group. Was als Herausforderung im Zusammenhang mit uneinheitlichen Lebensmitteletiketten begann (Tausende von Variationen bei Layouts, Sprachen, Symbolen und Verpackungsvorschriften), entwickelte sich zu einer leistungsstarken „Sustainability Intelligence Engine“, die auf Hyperautomatisierung und agentischer KI basiert. Die BFG benötigte zunächst eine präzise Extraktion von Nährwert- und Verpackungsdaten für GS1-Einreichungen, doch herkömmliche OCR-Verfahren reichten dafür nicht aus. Agente-basierte KI ermöglichte eine anpassungsfähige Interpretation bisher unbekannter Etikettentypen, die Erkennung von Symbolen wie Nutri-Scores sowie die Extraktion strukturierter Daten sowohl aus Text als auch aus Bildern.
Dies ermöglichte umfassende Einblicke in die Nachhaltigkeit:
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Identifizierung emissionsintensiver Zutaten
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Vergleich von Lieferanten hinsichtlich ihrer Umweltauswirkungen
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Vorschläge für Rezeptalternativen mit geringeren Umweltauswirkungen
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Befähigung nicht-technischer Nutzer zur Verfeinerung von KI-Anweisungen
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Automatisierung von Arbeitsabläufen von Etikett → Extraktion → Validierung → Einreichung → Erkenntnisse
Die Erkenntnis?
Man kann keine Wirkung geltend machen, wenn man sie nicht erfassen kann.
Man kann sie nicht erfassen, wenn man sie nicht strukturieren kann.
Und man kann sie nicht skalieren, wenn man sie nicht automatisiert.
Geschwindigkeit wird zum Transparenzvorteil
Früher erfolgte die Nachhaltigkeitsberichterstattung einmal jährlich. Heute erwarten Einzelhändler und Verbraucher sofortige Antworten: CO₂-Fußabdrücke, Verpackungsdetails, Praktiken der Lieferanten, aktualisierte Angaben. Marken, die auf manuelle Überprüfungen angewiesen sind, haben mit Verzögerungen, Glaubwürdigkeitsproblemen und langsameren Genehmigungsverfahren zu kämpfen.
Geschwindigkeit ist nicht mehr nur ein operativer Vorteil, sondern ein Transparenzvorteil, der den Ruf und das Vertrauen der Einzelhändler prägt.
Außendienst: Der Prüfer von Nachhaltigkeitsangaben in der Praxis
Nachhaltigkeitsdaten werden nicht nur in Systemen validiert, sondern auch direkt im Laden. Außendienstteams überprüfen nun, ob Nachhaltigkeitssymbole mit den aktualisierten Verpackungsangaben übereinstimmen, ob die Systeme der Einzelhändler korrekte Umweltdaten widerspiegeln, ob die Informationen über QR-Codes mit der Produktzusammensetzung übereinstimmen und ob veraltete Verpackungen noch in den Regalen stehen. Ihre Beobachtungen fließen in die Bereiche Nachhaltigkeit, Qualitätssicherung, Planung und Lieferkette ein und schließen so den Kreis zwischen digitaler Wahrheit und der Realität im Laden.
Technologie macht Nachhaltigkeit real und skalierbar
Wenn Unternehmen Daten zusammenführen, Arbeitsabläufe automatisieren und Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit über die gesamte Lieferkette hinweg verknüpfen, ist Nachhaltigkeit nicht mehr nur eine Berichtsfunktion, sondern wird zur operativen Realität. Führende Unternehmen setzen auf:
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integrierte ERP- und Lieferkettendaten,
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automatisierte Rückverfolgbarkeit,
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harmonisierte Lieferanteninformationen,
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CO₂- und Lebenszyklus-Berechnungsmodellen,
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agenterbasierter KI zur Interpretation und Strukturierung unstrukturierter Daten,
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Hyperautomation zur Koordination durchgängiger Workflows teamübergreifend.
Auf dieser Grundlage wird Nachhaltigkeit skalierbar, überprüfbar und für den Einzelhandel einsetzbar.
Nachhaltigkeit im Jahr 2026: Taten statt Versprechen
Verbraucher erwarten von Marken keine Perfektion. Sie erwarten Transparenz, Verantwortlichkeit und Belege. Sie wollen, dass Unternehmen aufzeigen, woher die Auswirkungen stammen, Verantwortung entlang der gesamten Lieferkette übernehmen und beweisen, dass Nachhaltigkeit Teil ihrer Geschäftstätigkeit ist – und nicht nur Teil ihrer Kommunikation.
Marken, die Nachhaltigkeit über das bloße Label hinaus leben und sich dabei auf genaue Daten, intelligente Automatisierung und eine glaubwürdige digitale Grundlage stützen, werden das größte Vertrauen gewinnen. Nicht, weil sie mehr versprechen, sondern weil sie es beweisen können.